Es ist fair zu sagen, daß es eine breite Palette von Perspektiven gibt, was eine jahrelange und fortgeschrittene Yoga-Praxis ausmacht. Manche Menschen können beeindruckende Kunststücke der Akrobatik und zeigen extreme Bewegungsspielräume.


Meine persönliche Yoga-Praxis ist auch nach all den Jahren ziemlich einfach. Ich erfahre weiterhin, daß etwas, was einfach aussieht, nicht einfach ist. Tatsächlich denke ich, dass Yoga-Grundlagen wirklich sehr schwer sind. Ich mag es wirklich gern, ausgefallene Asanas zu erkunden, weil sie Spaß machen und weil sie mich auf viele nützliche Arten herausfordern – aber ich finde es immer wieder schön, daß ich zu den Grundlagen zurückkehre. Um ehrlich zu sein, habe ich es immer noch nicht wirklich geschafft, die irrsinnige Komplexität von der Krähe Bakasana zu überwinden.


Je mehr ich übe, desto mehr fühle ich mich jedes Mal wie eine Anfängerin. Ich könnte eine Menge über Bakasana schreiben – die Anatomie, die Ausrichtung, die Energie – und trotzdem habe ich die meiste Zeit das Gefühl, keine Ahnung zu haben, was in der Aasana mit mir vor sich geht. Und gerade deswegen ist es trotzdem jedes mal nur so: Wow, wenn ich sie halte. Es geht nicht um die Asana allein, sondern um die Erfahrung, die ich in ihr mache. Es ist die Qualität der Aufmerksamkeit im Moment, die den Grad der Raffinesse für mich bestimmt. 


Die Erfahrung hat mich gelehrt, daß Tiefe in einer Asana kaum an eine Yogaschüler weitergegeben werden kann. Sie kann nur enthüllt werden, wenn der Schüler bereit dazu ist. Wir alle haben unseren eigenen Momente – verschiedene Jahreszeiten, Umstände und Erfahrungen, die beeinflussen, wie und wann wir die Tiefen unserer Yoga-Praxis entdecken und damit wirklich in die Tiefen dessen reisen, wer wir sind.


Beim Fortgeschrittenensein geht es für mich nicht darum, eine Sammlung beeindruckender Körperhaltungen zu kultivieren. Es ist eine Haltung, ein Geisteszustand, die Bereitschaft, verletzlich zu sein. Fortgeschritten zu sein bedeutet für mich, sich der Yoga-Praxis mit dem Staunen und der Neugier eines Anfängers zu nähern. Wenn unsere Erfahrung in einer Asana unsere Seele berühren, kann dies unsere Bereitschaft zu unserer täglichen Yoga-Praxis, aber auch zu unserem Leben vertiefen.


Als Asanas (Sanskrit, n., आसन, āsana, „der Sitz“) werden überwiegend ruhende Körperstellungen im Yoga (besonders im Hatha Yoga) bezeichnet.