Zeit ist so ein interessantes Werkzeug, um auf der Matte zu spielen. Als ich anfing Yoga zu machen, brauchte ich Zeit, um mich rasch zu bewegen. Es gefiel mir nicht so sehr, Asanas über viele Atemzüge zu halten. Es entstand eine sehr reale Langeweile und Frustration, wenn ich gebeten wurde, still zu bleiben. Ich mochte Kurse, die mich in Bewegung hielten, und meine undisziplinierte Aufmerksamkeit auf sich zogen.


Es brauchte etwas Zeit, um die Verlangsamung zu zelebrieren – um einen Raum in mir zu schaffen, der stark genug war, um auszuhalten, um passieren zu lassen, um anzuhalten und zu schauen. Das heißt nicht, daß das Halten von Asanas wertvoller ist, als das Bewegen im Flow. Es bietet einfach eine andere spannend Perspektive.


Der offensichtlichste Vorteil von gehaltenen Asanas ist, daß du mehr Zeit hast. Anstatt sozusagen aus dem Koffer zu leben, kannst du deine Taschen auspacken und deine Kleidung in die Schubladen legen. Es ist Zeit, sich umzusehen, Fragen zu stellen und auf Antworten zu warten. Du kannst dich körperlich, geistig, emotional und energetisch ausbreiten. Längere Haltezeiten fördern deine körperliche Ausdauer und deine geistige Aufmerksamkeit. Du erhältst Zeit, Details zu bemerken und Ursache und Wirkung in Echtzeit zu beobachten. Im Üben des Haltens, entpuppt sich eine Asanas als wahrhaft unendlich – es gibt buchstäblich kein Ende für das, was du entdecken kannst.


Als Asanas (Sanskrit, n., आसन, āsana, „der Sitz“) werden überwiegend ruhende Körperstellungen im Yoga (besonders im Hatha Yoga) bezeichnet.


Als Flow werden überwiegend fließend aneinandergereihte Haltungen bezeichnet, jeder Atemzug eine neue Haltung. Die meditative Wirkung kommt in der Konzentration auf Ausführung und dem Einklang zwischen Atmung und Bewegung.