Emotionales Essen, besonders Stress- und Frustessen, ist für mich regelmäßiger ein echtes Thema. Ich weiß genau, wie gesunde Ernährung funktioniert, bis mich wieder in diesem einen Moment meine Emotionen überrollen und mein Essen kontrollieren. Mein echter Hunger ist gerade total uninteressant, denn wenn es in meinem Leben drunter und drüber geht oder mich Langeweile packt, müssen Nervennahrung und Glücksessen her. Glückskekse, happy hour im Kühlschrank, weil meine klaren Gedanken auf Urlaub sind. Mein emotional gesteuertes Essen, führt zu einem ungezügelten Kalorieninferno und langfristig zu mehr Pfunde, als ich brauche und ich mache mir tatsächlich auch Gedanken, außerhalb dieser Situation zu meiner Gesundheit. Das kennen bestimmt auch einige von Euch.

Sobald dich Stress überkommt, du traurig bist oder unter emotionalem oder körperlichem Druck stehst oder gelangweilt bist, musst du essen, obwohl du das gar nichts willst. Keine Sorge, so geht es wirklich einigen von uns. Ärger im Büro, dicke Luft zuhause oder übermäßige körperliche und seelische Belastung sind bekannte Auslöser für emotionsgesteuertes Essen.

Bereits in unserer Kindheit werden oft unbewusst Süßigkeiten bei Frust, Erfolg und Stress eingesetzt. Alleine das bildet im Gehirn eine optimale Grundlage, um im Erwachsenenalter schnelle Energielieferanten, wie Süßigkeiten und Chips, mit Emotionen zu verbinden. Somit kommt es fast automatisch zu einer Verankerung zwischen den empfundenen Gefühlen und einem gedachten Hungergefühl. Langfristig ist dieses Verhalten eine große psychische Herausforderung, damit aufzuhören ist keine leichte Aufgabe. Dieser Automatismus hat uns auch viele Jahre später, als Erwachsener, voll im Griff: Essen schüttet im Körper belohnende Hormone aus. Bereits bei unseren Vorfahren hat sich dieser natürliche Schaltkreis eingespielt. Wurde Beute zur Nahrungsversorgung eingefangen und genüsslich gemeinsam verspeist, kam es zu einer maximalen Dopamin-Ausschüttung. Nahrung hat Wohlbefinden, Zufriedenheit und Kraft geliefert, was wichtig für das Überleben war. Gemeinsam saß man vor dem Feuer und hat das frisch geröstete Fleisch in vollen Zügen genossen. Das gleiche Gefühl lösen heute Pizza, Chips und Schoki aus, mit dem Unterschied, dass meistens unser Nahrungs-Bewegungs-Verhältnis nicht angemessen ist.

Erkenne ich mein emotionales Essen, dann kann nur ich diesen Kreislauf unterbrechen:

Ruhig und Gelassenheit: einige Atemzüge ruhig und tief durchatmen.

Hinterfrage: Was ist gerade meine belastende Situation, habe ich überhaupt Hunger?

Umverteilen: Kann ich den Kreislauf nicht stoppen, nasche ich zuerst etwas Gesundes (Obst).

Ablenkung: 15 min Lieblingsmusik hören, Lieblingsmensch anrufen oder schreiben, Katzen streicheln, Wasser oder Kaffee trinken, eine kleine Runde laufen oder umhergehen, meditieren.

Genuss pur: Mein Lieblingsnaschkram genieße ich regelmäßig nach einer gesunden, sattmachenden Mahlzeit. In vollen Zügen. Ich zelebriere den Genuss.

Meine innere Stimme: Ich gebe mir die Chance, meinem Körper zu Wort kommen zu lassen. Höre auf körperlichen Hunger oder ob ich Appetit auf Naschereien habe.